Episode

Ep. 126: Achtsam geht die Welt zugrunde (Talk mit Kathrin Fischer)

Podcast
Veränderungsstabil
Published
Apr 20, 2026
Duration seconds
3668
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Summary

In dieser Folge spreche ich mit Kathrin Fischer über ein Thema, das auf den ersten Blick harmlos wirkt. Und auf den zweiten ziemlich unbequem wird. Achtsamkeit. Oder genauer gesagt: die Ideologie der Achtsamkeit. Kathrin hat ein Buch geschrieben mit dem Titel „Achtsam geht die Welt zugrunde“. Und wir steigen direkt ein in die Frage, warum ausgerechnet etwas, das so positiv besetzt ist, zum Problem werden kann. Wir sprechen darüber, warum Achtsamkeit oft nicht dort ansetzt, wo die eigentlichen Ursachen liegen. Sondern beim Individuum. Beim Einzelnen. Bei dir. Du hast Stress? Dann meditiere. Du bist erschöpft? Dann arbeite an dir. Du kommst mit deinem Job nicht klar? Dann brauchst du mehr Resilienz. Und genau da wird es kritisch. Denn viele Probleme, über die wir reden, sind keine persönlichen Probleme. Es sind systemische. Schlechte Führung. Kaputte Strukturen. Überlastete Systeme. Und trotzdem wird die Verantwortung immer wieder zurück ins Individuum geschoben. Wir sprechen darüber, warum das nicht nur unfair ist, sondern auch gefährlich. Weil es uns den Zugang zu etwas nimmt, das wir eigentlich dringend brauchen: unsere Gefühle. Wut. Frustration. Ärger. All das sind keine Störungen. Das sind Signale. Und oft auch der Anfang von Veränderung. Wenn wir lernen, diese Gefühle wegzuatmen, statt sie ernst zu nehmen, dann passiert etwas Entscheidendes: Wir hören auf, das System zu hinterfragen. Und fangen an, uns selbst zu optimieren. Ein zentraler Gedanke aus dem Gespräch ist für mich: Wir schauen fast nur noch auf uns selbst. Und kaum noch auf die Welt. Wir fragen: Was stimmt mit mir nicht? Statt zu fragen: Was stimmt hier eigentlich nicht? Und genau das macht Achtsamkeit, in ihrer heutigen Form, zu einer Ideologie. Zu einer Antwort auf alles. Egal ob sie passt oder nicht.…