Episode
Schabbat Schlach lecha || Schaufäden gegen die Angst
- Podcast
- Das Wort zum Schabbat
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- Jun 12, 2026
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Summary
Rabbiner Andrew Steiman vertritt im Gespräch mit mir den schwer erkrankten Walter Rothschild, dem wir beide eine rasche Genesung wünschen. Steiman erschließt den Wochenabschnitt Schlach lecha (4. Mose 13–15) vom Ende her: dem Gebot der Zizit , der Schaufäden an den Ecken des Gewands. Anschaulich zeigt er verschiedene Schaufäden und den Gebetsschal und entschlüsselt ihre Zahlensymbolik – fünf Knoten und acht Fäden ergeben dreizehn, das Alter religiöser Mündigkeit. Der himmelblaue Faden ( Techelet ) verweist auf eine kostbare, aus einer Meeresschnecke gewonnene Farbe, deren Herstellung lange vergessen war und heute in Israel wieder gelingt. Die Schaufäden sollen den Blick lenken, an die Gebote erinnern und vor Versuchung bewahren – ein Gedanke, den Steiman mit dem Schma Israel und der Rolle des Sehens und Hörens verbindet. Vom Namenswechsel des Joschua (zuvor Hoschea) schlägt er die Brücke zur Kundschafter-Erzählung: Identität und Verantwortung. Bewusst beginnt er mit den beiden Helden Joschua und Kaleb, nicht mit den zehn Versagern. Die zehn Kundschafter, allesamt Führungspersönlichkeiten, fürchten sich – nicht vor dem Scheitern, sondern, so der Lubawitscher Rebbe, vor dem Erfolg und der damit verbundenen Verantwortung. Sie verwechseln Selbst- und Fremdbild und übersehen, dass die Kanaaniter längst Angst vor ihnen haben. Lieber verharren sie in der bequemen Versorgung der Wüste, als ein eigenes Gemeinwesen aufzubauen. Daraus entwickelt Steiman eine psychologische und politische Deutung: Mit Rabbi Jonathan Sacks spricht er vom wachsenden gegenüber dem resignierenden „Mindset“. Die Verweigerung von Verantwortung vergleicht er mit der Versorgung durch die UNRWA und dem vererbten Flüchtlingsstatus, der Würde verhindere. Der erste Schritt zum Frieden sei, Menschen würdevoll…