Episode

Schabbat Nizawim || Vom Fürsten bis zum Wasserschöpfer

Podcast
Das Wort zum Schabbat
Published
Sep 4, 2026
Duration seconds
2007
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https://plus.ahavta.com/p/nizawim-vom-fuersten
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Summary

Die Auslegung zur Parascha Nizawim wurde am 11. September 2020 aufgezeichnet. Rabbiner Dr. Walter Rothschild sprang kurzfristig für den erkrankten Landesrabbiner ein und legt den Wochenabschnitt Nizawim (5. Mose 29,9–30,20) aus der Doppelparascha Nizawim-Wajelech aus. Ausgangspunkt ist der erste Vers: „Ihr steht heute alle vor dem Ewigen.“ Rothschild geht die Aufzählung Wort für Wort durch: Stammesoberhäupte, Älteste, Amtsleute, alle Männer, dann die Kinder, die Frauen, der Fremde im Lager und schließlich der Holzsammler und der Wasserschöpfer. Gerade die, die die Knochenarbeit tun, gehören mit in den Bund, sonst wären sie nicht genannt. Auch die Grammatik trägt Deutung: Der Text wechselt vom Plural in den Singular, vom „euer Gott“ zum „dein Gott“. Ich hebe den demokratischen Zug in dieser Parascha hervor, ganz Israel von oben bis unten. Rothschild verbindet das mit dem Herbst 2020, in dem Zusammensein nur über Bildschirme möglich war und vielen körperlich wie spirituell fehlte. Zentral wird der Satz, dass der Bund auch mit denen gilt, die heute nicht hier sind. Die rabbinische Tradition liest darin die noch nicht Geborenen, also uns. Rothschild sieht darin Kontinuität und Schicksalsgemeinschaft: Moses spricht zur nächsten Generation, kurz bevor sie ohne ihn über den Jordan zieht. Kritisch bleibt Rothschild bei den Fluchworten und dem Bild von Sodom und Gomorra. Mit einem Gott, der schnell zornig wird und keine zweite Chance gibt, hat er Schwierigkeiten. Als Rabbiner kann er Trauernden nicht sagen, sie hätten ihr Unglück verdient, gerade am 11. September nicht. Eine Hebeltheologie, in der ein Ritual das gewünschte Ergebnis erzwingt, lehnt er ab, und Religion aus Angst will er nicht. Der Mensch ist frei zu entscheiden und trägt die Verantwortung für die Folgen. Ich brin…