Episode
Folge 149: Hier kann man übers Wasser gehen
- Podcast
- Chlorgesänge
- Published
- Mar 25, 2026
- Duration seconds
- 2483
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Summary
Diesmal sind wir ausnahmsweise in einem Hotel - einem Hotel mit Schwimmbadgeschichte . Unsere Gesprächspartnerin ist Verena Jaeschke, Leiterin des Hotels Oderberger im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg und als promovierte Kulturhistorikerin bestens vertraut mit der wechselvollen Vergangenheit dieses Ortes. Denn das einstige Stadtbad an der Oderberger Straße wurde bereits 1902 eröffnet, als Volksbadeanstalt mit Seifräumen und über 100 Wannen- und Brausebädern. Mittendrin ein knapp 209 Quadratmeter großes Schwimmbassin, außerdem Wohnungen für den Maschinenmeister der Badeanstalt und den Rektor der angrenzenden Schule. Viele Menschen hatten damals kein eigenes Badezimmer, geschweige denn Wanne oder Dusche, und so wurde die Badeanstalt über Jahrzehnte rege genutzt. Viele Berliner:innen haben hier schwimmen gelernt, auch die beiden Weltkriege konnten dem Gebäude wenig anhaben - bis das Schwimmbecken 1986 wegen baulicher Mängel geschlossen werden musste. Die Brause- und Wannenbäder wurden nach der Wende noch bis in die 1990-er Jahre genutzt, aber dann war auch damit Schluss. Was folgte, war ein jahrelanger Dornröschenschlaf. Des Gebäudes, nicht aber der vielen Menschen, die das Bad unbedingt erhalten wollten. Bereits 1990 gründete sich eine Anwohnerinitiative und legte eigene Nutzungskonzepte vor, trotzdem fiel das Bad 1994 aus der Investitionsplanung des Landes Berlin. Anderes war nach der Wende wichtiger. 1996 übernahmen die Berliner Bäderbetriebe, in Sachen Schwimmen tat sich trotzdem nichts. Trotzdem wurde das einstige Bad zu einem überaus belebten und beliebten Ort für die Off-Kulturszene, Tanz, Theater und Ausstellungen lockten ein breites Publikum an. Im Jahr 2000 wurde aus der Anwohnerinitiative dann eine Genossenschaft, die das alte Stadtbad zu seinem 100. Geburtst…